Fachpolitik 

Fachpolitik

Grundlegend für eine Stärkung des ökologischen Landbaus in Thüringen ist die Vernetzung der Akteure - zum einen, um die Erzeugung, die Verarbeitung und den Handel abzustimmen, zum anderen aber auch, um sich gemeinsam um politische Interessen zu kümmern, bedarfsgerechte Qualifizierungsmaßnahmen durchzuführen und in einen Erfahrungsaustausch zu treten. Aus diesem Grund ist der Thüringer Ökoherz e.V. in verschiedenen Gremien und Ausschüssen aktiv, darunter insbesondere der Arbeitskreis Ökologischer Landbau, der FILET-Begleitausschuss und der Erzeugerbeirat.

Arbeitskreis Ökologischer Landbau (AKÖL)

Alle ziehen an einem Strang - so heißt es im Arbeitskreis Ökologischer Landbau, der im Jahre 2002 beim Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt- und Naturschutz ins Leben gerufen wurde. Dort arbeiten verschiedene Vertreter aus Praxis, Forschung und Verwaltung zusammen, um den Ökolandbau in Thüringen weiterzuentwickeln.
Tatsächlich sind die meisten der für die Thüringer Ökobetriebe relevanten Rahmenbedingungen Landessache, die der Thüringer Ökoherz e.V. als Dachverband der Ökolandbaubewegung im Freistaat mit den zuständigen Stellen hierzulande zu verhandeln hat.

So erweist sich der AKÖL als wichtiges Bindeglied zwischen Förderverein, Thüringer Biobetrieben, Ministerium, Forschung und Praxis. In den vier Beratungen pro Jahr werden u.a. die thüringenweiten Veranstaltungen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit geplant, Fachtagungsprogramme vorbereitet, Forschungsvorhaben und Forschungsbedarf besprochen und die entsprechende Mittelverteilung diskutiert. Weitere Schwerpunkte der AKÖL-Arbeit sind die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik, Ministergespräche, die BioFach und die Arbeit des Kommunikationszentrums Ökolandbau in Nottleben.

FILET-Begleitausschuss

Der Thüringer Ökoherz e.V. begleitet als Nichtregierungsorganisation das von der Europäischen Kommission genehmigte Programm „FörderInitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen (FILET)“ für den Einsatz des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) in Thüringen in der Periode 2007 bis 2013 und berät Grundsatzfragen im Zusammenhang mit der FörderInitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen.
Dabei vergewissert sich der Verein als ständiges Mitglied im FILET-Begleitausschuss, dass die FörderInitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen wirksam umgesetzt wird.

Diese Arbeit umfasst folgende Schwerpunkte:

  • Kontrolle des Umsetzungsstandes und der Fortschritte in Hinblick auf die im FILET festgehaltenen Zielvorgaben

  • Erörterung und Billigung der jährlichen Zwischenberichte sowie des Schlussberichtes

  • Einflussnahme auf die Verwaltungsbehörde, um die Verwirklichung der im ELER definierten Ziele zu erreichen

  • Überwachung der Umsetzungsqualität anhand der Finanz- und Erfolgsindikatoren des FILET in Koorperation mit der Verwaltungsbehörde

In der Regel tritt der Begleitausschuss 2-3mal pro Jahr zusammen. Er besteht aus verschiedenen Interessengruppen, durch die eine umfangreiche zivilgesellschaftliche Beteiligung bei der Umsetzung eines der größten Förderprogramme in Thüringen erreicht wird. Gemeinsam mit dem BUND Thüringen e.V., der GRÜNEN LIGA Thüringen e.V. und dem Deutschen Landschaftspflegeverband e.V. – Projektbüro Thüringen gehört der Thüringer Ökoherz der Interessengruppe Natur und Umwelt an.

Neben dieser gibt es folgende weitere Interessengruppen:

  • Kommunen

  • Industrie, Handel, Handwerk, freie Berufe

  • Ländlicher Raum

  • Landwirtschaft

  • Forst und Jagd

  • Bildung, Landjugend, Landsenioren

  • Arbeitnehmer, Soziale Verbände und Kirchen

  • Gender Mainstreaming

Da die Förderinitiative einen Einfluss auf viele Akteure im ländlichen Raum besitzt, ist auch die Integration der verschiedensten Verwaltungsbehörden notwendig, um reibungslos und zielorientiert zu arbeiten. Aus diesem Grund gehören auch folgende Behörden dem Begleitausschuss an:

  • die Verwaltungsbehörde für den ELER

  • das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Naturschutz und Umwelt

  • das Thüringer Ministerium für Bau und Verkehr

  • die Thüringer Staatskanzlei

  • das Thüringer Finanzministerium

  • das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Arbeit

  • das Thüringer Kultusministerium

  • die Beauftragte für die Gleichstellung von Frau und Mann beim Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit.

Erzeugerbeirat

Im Frühjahr 2010 hat der Thüringer Ökoherz e.V. gemeinsam mit dem Thüringer Bauernverband, Vertretern der Anbauverbände, der Erzeugergemeinschaft Ökoflur sowie zwei Landwirtschaftsbetrieben und in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN) den Erzeugerbeirat (neu) gegründet.
Dieser steht allen Akteuren in inhaltlichen und politischen Fragen zur Seite und kommuniziert die Interessen der ökologischen Landwirtschaft an den Dachverband und seine Vertreter. Seine Aufgaben sind:

  • Reaktion auf tagespolitische und aktuelle Anfragen in Abstimmung mit den jeweiligen Beiratsmitgliedern
  • verbandsübergreifende und verbandsunabhängige Unterstützung bei der Planung und Ausgestaltung von Fachtagungen, Stammtischen, Feldtagen, Exkursionen, Vermarktungstreffen
  • Unterstützung des Wissenstransfers zwischen wissenschaftlichen Facheinrichtungen und Praxispartnern (z.B. Abstimmung von Forschungs- und Dienstleitungsaufgaben der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft mit Praktikern)
  • politische Interessenvertretung und Mitarbeit in den Gremien des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz u.a.
  • Initiierung von Entwicklungsprozessen im Bereich der Rohstoffverarbeitung und der Bio-Außer-Haus-Verpflegung in Thüringen.

Positionspapier GAP 2013
Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP 2013) hat weitreichende Auswirkungen auf die Gestaltung unserer Landwirtschaft in der Zukunft. Sie regelt, wer in welcher Höhe Agrarzuschüsse erhält.
Alle sieben Jahre schlägt die Europäische Union einen mehr oder weniger neuen Kurs in der Agrarpolitik ein. Da die jährliche Agrarförderung im Sieben-Jahres-Turnus nun schon seit 1992 über einen gemeinsamen Europäischen Agrarfond finanziert wird und die Beteiligung bei der Programmgestaltung mittlerweile einen hohen Stellenwert innerhalb der Europäischen Kommission hat, ergeben sich für die Wirtschafts- und Sozialpartner, zu denen auch der Thüringer Ökoherz e.V. gehört, gute Möglichkeiten auf die Gestaltung einer neuen Landwirtschaftspolitik Einfluss zu nehmen. Diesen Einfluss kann der Thüringer Ökoherz e.V. v.a. bei der Gestaltung des Operationellen Programms (OP) bieten, welches jedes Bundesland erstellt und hier die Leitlinien der Europäischen Kommission umsetzt. Das OP für die neue Programmperiode, welche von 2013 bis 2020 gilt, wurde Mitte/Ende 2012 entwickelt und mit der Kommission abgestimmt. Um gut für diesen Prozess gerüstet zu sein, hat der Erzeugerbeirat des Thüringer Ökoherz e.V. ein Positionspapier GAP 2013 entwickelt. Dieses Positionspapier fasst die Forderungen der Thüringer Bio-Branche zusammen.

Positionspapier GAP 2013