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ENL Projekt „Pilotprojekt - Naturschutzberatung auf Thüringer Bio-Betrieben“

Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm “Entwicklung von Natur und Landschaft” umgesetzt. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.

Gefördert über das Programm zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL) findet in Thüringen ein Pilotprojekt zur Naturschutzberatung von Biobetrieben statt. Hier beteiligen sich acht Pilot-Betriebe, die sich für eine Beratung zu Naturschutzthemen interessieren. Nach der Richtlinie des ENL-Programmes bewirtschaften diese Betriebe Flächen in Natura 2000 Gebieten. Ziel des Pilot-Projektes ist auch in Thüringen die Sensibilisierung der Landwirte für Naturschutzziele.

Vorbild für das Projekt ist die Arbeit des Kompetenzzentrum Ökolandbau in Niedersachsen (KÖN). Über das „Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft“ hat das KÖN praxistaugliche Beratungsinstrumente zur Erstellung von sehr umfangreichen hofindividuellen Naturschutzplänen erarbeitet. Diese so genannten Kulturlandpläne unterstützen Biolandwirte, mehr Naturschutz in ihren Betrieb zu integrieren. Nach der Entwicklungsphase wird diese Naturschutzberatung über Stiftungen oder private Unternehmen, wie Neumarkter Lammsbräu oder Ökoland finanziert, die so ihren Betrieben eine Beratung ermöglichen.

Ein neues Projekt ist der Fokus-Naturtag. Hier arbeitet das KÖN gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz zusammen. Am Fokus-Naturtag soll der Landwirt seinen Hof aus den Augen des Naturschutzes wahrnehmen. Dies dient zunächst einmal der Sensibilisierung und Informationsweitergabe. Gleichzeitig soll der Fokus-Naturtag für jeden Betrieb in ganz konkrete Maßnahmenvorschläge münden. Nach einer Vorplanung findet eine Besichtigung wichtiger Flächen des Betriebes statt. Hierbei werden mögliche Naturschutzmaßnahmen erörtert und mit Fotos dokumentiert. Das Gespräch orientiert sich hauptsächlich an den Vorstellungen des Landwirtes und an der Frage: Welche Naturschutzmaßnahmen sind für den Betrieb realistisch und umsetzbar?

Im Thüringer Projekt werden nach Absprachen mit den Unteren Naturschutzbehörden, der Recherche nach wertgebenden Arten für die einzelnen Betriebe Naturschutzmaßnahmen erstellt und in Karten dargestellt. Des Weiteren wurde das neue Antragsverfahren KULAP 2014, begleitet. Als erstes Fazit dieser Beratung zeigte sich, dass einige der Agrarumweltprogramme in ihrer Kombinationsmöglichkeit für den Ökolandbau nicht attraktiv genug sind, um neben dem Ökolandbau zusätzliche Maßnahmen zum Naturschutz zu erbringen. Wünschenswert für eine zukünftige Naturschutzarbeit in Thüringen wäre die Möglichkeit einer kulissenunabhängigen Beratung der Landwirte. Auch die Sensibilisierung von Landwirten, deren Flächen nicht in Natura 2000 Gebieten bewirtschaftet werden, kann für den Naturschutz sehr hilfreich sein, wie die Arbeit des KÖN und der Bioland-Beratung zeigen.